In Frames our Story – Fotografinnen des Leica Oskar Barnack Awards

Mit Fotografien von: Ana María Arévalo Gosen, Laetitia Vançon, Nanna Heitmann, Rania Matar

22.02.2024 - 13.04.2024

Der Leica Oskar Barnack Award (LOBA) würdigt seit 1980 weltweit herausragende Fotograf*innen. Benannt nach dem Erfinder der Leica, geht der LOBA auf dessen bahnbrechende Arbeit mit dem Prototyp der Ur-Leica ab 1914 zurück.

Das Nominierungsgremium des Awards, bestehend aus einer fünfköpfigen internationalen Jury von Fotografie-Expert*innen, wählt jährlich zwei Preisträger sowie zehn Shortlist-Nominierte aus.
Einzige Voraussetzung für die Nominierung ist, dass es sich um dokumentarische oder konzeptionell-künstlerische Arbeiten handelt, die sich mit dem Verhältnis des Menschen zu seiner Umwelt auseinandersetzen. Diese humanistische Konstante begleitet den LOBA-Wettbewerb seit seiner ersten Ausschreibung im Jahr 1979.
Er zählt zu den bedeutendsten und höchstdotierten Fotopreisen der Welt und wurde 2023 bereits zum 43. Mal von der Leica Camera AG verliehen.

Aus einer Vielzahl von Teilnehmerinnen der letzten Jahre fiel unsere Wahl auf vier herausragende Serien. Jede Fotografin erzählt mit beeindruckender visueller Bildsprache eine bewegende Geschichte, die sie persönlich berührt und fesselt, dabei gekonnt und einfühlsam fotografisch in Szene gesetzt.

 

Ana María Arévalo Gosen- Días Eternos (Eternal Days)
Preisträgerin 2021

Ana María Arévalo Gosen zeigt in ihrer preisgekrönten Serie „Días Eternos“ die Krise des lateinamerikanischen Strafvollzugs und die schockierende Realität von Frauen in überfüllten Gefängnissen. Nach ihrer Rückkehr nach Venezuela 2017 dokumentiert die Fotografin die unhaltbaren Zustände und betont, dass das Strafjustizsystem den Ärmsten und Verletzlichsten ihre Rechte nimmt, was zu einem Verlust der Gerechtigkeit in ihrem Land führt. Trotz Herausforderungen setzt sie ihr Projekt fort, das mittlerweile Gefängnisse in vier Ländern Lateinamerikas umfasst. Arévalo Gosen sieht ihr Projekt nicht als abgeschlossen an, bis sich die Zustände verbessern. Die Fotografin, 1988 in Caracas geboren, erhielt bereits mehrere Auszeichnungen für ihre Arbeit, darunter den Women Photograph Grant und den POY-Latam-Preis für südamerikanische Dokumentarfotografie. Derzeit lebt sie in Bilbao, Spanien.

https://anamariaarevalogosen.com/

 

Laetitia Vançon: Tributes to Odesa
LOBA Shortlist 2023

Die französische Fotografin Laetitia Vançon dokumentierte im Juni 2022 den Alltag der ukrainischen Bevölkerung in Odesa während des Krieges. Trotz des brutalen Angriffskriegs Russlands auf die Ukraine im Februar 2022 zeigt ihre Serie Menschlichkeit, Hoffnung und Mut. Odesa, als strategisch wichtige Stadt, wird zum Zentrum des Konflikts.

Vier Monate nach Kriegsbeginn fängt Vançon das öffentliche Leben in der Stadt ein. Obwohl der Frühling einkehrt und der Alltag zurückzukehren scheint, bleibt der Krieg präsent. Die Bilder zeigen Kinder, Menschen in Cafés und Frauen bei der Morgenmesse, doch im Hintergrund bedroht der Krieg die Stadt mit Sandsäcken und Verwüstung.

Vançons Aufnahmen sind Momentaufnahmen des Lebens und Überlebens, Zeichen der Solidarität. Vor einem humanitären Hilfezentrum stehen Menschen Schlange, während an den Wänden noch russische Schriftzeichen prangen. Die Fotografin möchte visuelle Brücken zwischen Gegenwart und historischem Erbe schaffen und die bleibende Bedeutung der Stadt betonen.

Die Serie, inspiriert von Künstlern wie Vermeer und Manet, vermittelt trotz drohender Gefahr ein Gefühl von Ruhe und Harmonie. Die Botschaft lautet: In der Stärke der Gemeinschaft geht das Leben in Odesa weiter. Vançon wurde von Gaia Tripoli, New York Times, für die LOBA-Nominierung vorgeschlagen.

https://www.vanconlaetitia.com/

 

Nanna Heitmann – Hiding from Baba Yaga,
Preisträgerin Newcomer 2019

Die preisgekrönte Serie der Fotografin Nanna Heitmann dokumentiert das Leben entlang des Jenissei, einem der längsten Flüsse der Welt. Ursprünglich inspiriert durch ein Auslandssemester in Tomsk, Sibirien, erkundete Heitmann die Region und ihre Mythen. Die Serie, „Baba Jaga“ genannt, bezieht ihren Namen von einer Figur der slawischen Folklore.

Mit einem russischen Jeep und Campingausrüstung machte sich Heitmann auf den Weg durch die Republik Tuwa im Süden Sibiriens, wo der Jenissei entspringt. Die visuelle Inspiration für ihre märchenhaften Bilder stammt von russischen Malern wie Iwan Bilibin und Michail Nesterow. Die Serie zeigt nicht nur die Freiheit und Sehnsucht einiger Bewohner, sondern spiegelt auch die Herausforderungen wider, darunter niedrige Lebenserwartung und Alkoholprobleme.

Nanna Heitmann, 1994 in Ulm geboren, hat in Hannover Fotojournalismus und Dokumentarfotografie studiert. Ihre Werke behandeln häufig Fragen der Isolation in physischer, sozialer und spiritueller Hinsicht. Seit 2019 ist sie „Nominee“ bei Magnum Photos und lebt derzeit in Moskau.

https://nannaheitmann.com/

 

Rania Matar: Fifty Years Later
LOBA Shortlist 2023

Die Fotografin Rania Matar beleuchtet in ihrer Serie das Leben libanesischer Frauen, die nach 50 Jahren immer noch unter den Folgen des Bürgerkriegs, korrupten Regierungen und der Covid-Pandemie leiden. Die Porträts stehen für die Hoffnungen, Ängste und Widerstandsfähigkeit einer ganzen Generation. Die Bilder zeigen verletzliche und starke Frauen, die im Libanon geboren und geblieben sind, trotz wirtschaftlichem Zusammenbruch und Engpässen.

Mit dem bevorstehenden 50. Jahrestag des Bürgerkriegs möchte Matar die Geschichte der libanesischen Frauen als kollektive Erzählung teilen. Die Bilder thematisieren das Exil, sowohl ihr eigenes als auch das der Frauen, und die schwierige Entscheidung, die sie treffen müssen: Verlassen sie ihre Heimat oder bleiben sie trotz aller Herausforderungen? Die Fotografin sieht in den Frauen ihr jüngeres Ich und erzählt ihre Geschichten von Hoffnung, Schmerz, Träumen und Ängsten.

Rania Matars Fotografien sind Fenster zur Lebensrealität der Frauen im Libanon, die trotz allem tanzen, glauben, hoffen und allem trotzen. Die verlassenen Gebäude und die Natur spielen eine wesentliche Rolle in den Bildern, und sie inszeniert die Frauen vor symbolischen Kulissen. Die Serie „Fifty Years Later“ wurde von Antonia Benedetta Donato und Saeed Nassouri für die LOBA-Nominierung vorgeschlagen.

Rania Matar, 1964 im Libanon geboren, widmet sich in ihrer Dokumentarfotografie Fragen der kollektiven Identität, interkulturellen Erfahrungen und der weiblichen Adoleszenz. Ihre Arbeiten wurden international ausgestellt und mehrfach ausgezeichnet, darunter der Leica Women Foto Project Award 2022. Matar ist außerordentliche Professorin für Fotografie am Massachusetts College of Art and Design.

https://raniamatar.com/

Bilder

Informationen

Ort: Leica Galerie Salzburg, Gaisbergstraße 12, 5020 Salzburg
Ausstellung: 23. Februar bis April 2024

Eröffnung: DONNERSTAG, 22. Februar 2024, 19:00 Uhr Uhr
in Anwesenheit von Karin Rehn-Kaufmann – Art Director Leica Galerien International & Jurymitglied des Leica Oskar Barnack Awards; Fotografin Laetitia Vançon – LOBA Shortlist 2023

Davor: Artist Talk mit Laetitia Vançon:
18.00 Uhr, Leica Galerie Salzburg (um Anmeldung per Email wird gebeten) salzburg@leica-galerie.com

 

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag: 14 – 18 Uhr
Samstag: 10 – 14 Uhr

Der Eintritt ist frei!

Für Rückfragen oder Interesse stehen wir gerne für Sie zur verfügung. Alle Bilder, aller Ausstellungen, können auch nach Abschluss der Ausstellung käuflich erworben werden.

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